
CASE /// ERLEBNISQUARTIER · KONZEPT
1516 | 1776 | 1818 Ingolstadt
Konzept von RAVAROKONZEPT VON RAVARO · ERLEBNISQUARTIER · INGOLSTADT
Drei Geschichten. Ein Ort. Genuss trifft Gänsehaut.
Wie es anfing
Manchmal beginnt eine große Idee nicht am Reißbrett. Sondern mit einem Gebäude. Mit einem alten Turm.
Konkret: das alte Bäumler-Gelände in Ingolstadt. Seit Jahren liegt es brach — eine planierte Fläche hinter Bauzäunen, mitten in der Stadt. Stehen geblieben ist der Turm.
Aus einem ersten Blick auf das Gelände entwickelte sich Schritt für Schritt die Idee eines neuen Erlebnisquartiers, das Gastronomie, Tourismus, Entertainment, Geschichte, Hotellerie und Veranstaltungen miteinander verbindet.
Nicht als historisches Museum. Nicht als gewöhnliches Freizeitangebot. Und auch nicht als weitere Gastronomiefläche.
Die Frage, aus der alles entstand
Was könnte hier entstehen, wenn man diesen Ort nicht einfach neu bebaut — sondern ihm eine Geschichte gibt?
Ingolstadt besitzt zwei Geschichten, die kaum eine andere Stadt vorweisen kann. Beide werden erzählt, keine wird erlebt. Genau dort setzt das Konzept an.
“Die stärkste Geschichte eines Ortes ist die, die man nicht erfinden muss.”
1516 trifft 1776 trifft 1818
Der Kern der Idee steckt bereits im Namen.
1516 steht für Bierkultur, Reinheitsgebot, Handwerk und Genuss. 1818 steht für Frankenstein, Wissenschaft, Universität, Experiment und dunkle Faszination.
Zwei vollkommen unterschiedliche Welten — und genau dieser Kontrast macht die Idee tragfähig. Dazwischen liegt ein drittes Datum, das beide verbindet: 1776, die Gründung des Illuminatenordens an derselben Universität. Auf der einen Seite Wärme, Feuer, Kupfer, Bier, Essen, Gemeinschaft. Auf der anderen Dunkelheit, Gewitter, Wissenschaft, Gänsehaut.
Das Wahrzeichen des gesamten Quartiers.
Und genau dazwischen steht der historische Turm.
Wie aus der Idee ein Quartier wurde
Am Anfang stand die Frage, wie sich das vorhandene Gelände und insbesondere der markante Turm sinnvoll inszenieren lassen. Schnell war klar: Der Turm sollte nicht verschwinden. Er sollte auch nicht dekoratives Überbleibsel sein. Er sollte zum Mittelpunkt werden.
Von dort aus entstand die Grundstruktur:
Die dunkle Seite der Stadt.
Das Wahrzeichen, das beide Welten verbindet.
Das Herz zwischen den Welten.
Braukunst seit 1516.
Aus einem Besuch wird ein Wochenende.
Später kam eine entscheidende Überlegung hinzu: Wenn Menschen für dieses Erlebnis nach Ingolstadt kommen, warum sollten sie nach einigen Stunden wieder abreisen?
Damit wurde aus einem Freizeitkonzept die Idee einer echten Destination.
Ein Gast. Viele Erlebnisse.
Eine der größten Stärken des Konzeptes liegt darin, dass die Bereiche nicht isoliert funktionieren müssen. Sie können sich gegenseitig Besucher zuführen.
Wer wegen Frankenstein kommt, entdeckt die Bierkunst. Wer zum Essen kommt, sieht den Tower. Wer eine Firmenveranstaltung besucht, lernt das Dungeon kennen. Wer übernachtet, verbringt zusätzliche Zeit in Gastronomie und Innenstadt.
So entsteht eine Kette statt einer einzelnen Attraktion: Entertainment → Gastronomie → Events → Hotellerie → Retail → Tourismus. Aus einem einzelnen Besuch werden mehrere Berührungspunkte — und aus mehreren Berührungspunkten kann ein kompletter Aufenthalt werden.
1776 — der dritte Faden
Zwischen 1516 und 1818 liegt ein Datum, das die beiden erst zusammenbindet: 1776. In diesem Jahr gründete Adam Weishaupt, Professor für Kirchenrecht an der Universität Ingolstadt, den Illuminatenorden — zunächst mit einer kleinen Schar eigener Studenten, er selbst unter dem Decknamen Spartakus.
Das ist kein Mythos, sondern Stadtgeschichte. 1782 entstand eine Minervalkirche des Ordens, am 22. Juni 1784 erging das Mandat des Kurfürsten Karl Theodor gegen Geheimverbindungen, 1790 folgte das ausdrückliche Verbot. Weishaupt floh 1785 aus der Stadt. In der Theresienstraße 23 liegt bis heute ein Saal, den man den Illuminatensaal nennt.
Für das Konzept ist das mehr als eine dritte Jahreszahl. Es ist das Bindeglied: Dieselbe Universität, an der 1776 ein Geheimbund entstand, lässt Mary Shelley 1818 ihren Victor Frankenstein studieren. Die erfundene Geschichte bekommt damit einen wahren Untergrund — und ein Geheimbund mit Decknamen, Graden und einem Verbot durch den Kurfürsten gehört ins Dungeon, nicht in eine Vitrine.
Quelle für die Daten: Stadtgeschichtslexikon der Stadt Ingolstadt.
Ingolstadt Dungeon
Frankenstein wird nicht ausgestellt. Frankenstein wird erlebt.
Das Dungeon ist als immersive Erlebniswelt gedacht, in der Besucher durch Schauspiel, Kulissen, Licht, Sound, Spezialeffekte und interaktive Elemente in eine dunklere Version der Geschichte eintauchen. Der Besucher betritt keinen Ausstellungsraum, er betritt eine Geschichte: Universität, Anatomie, Experimente, dunkle Gänge, Gewitter, Elektrizität — und schließlich Frankensteins Labor.
Frankenstein bildet den emotionalen Höhepunkt. Davor liegt mit dem Illuminatenorden ein Kapitel, das nicht erfunden werden muss: Geheimbund, Decknamen, Grade, Verbot durch den Kurfürsten, Flucht des Gründers. So entsteht keine statische Ausstellung, sondern eine Attraktion, deren dunkelste Teile tatsächlich passiert sind. Geschichte soll hier nicht hinter Glas stehen. Sie soll plötzlich direkt vor einem stehen.
Bierkunst Ingolstadt
Auf der anderen Seite des Quartiers entsteht der bewusste Gegenpol: warm, lebendig, gesellig.
Bierkunst Ingolstadt ist als Mischung aus moderner Brauerei, Gastronomie und Biererlebniswelt gedacht. Besucher sollen Bier nicht nur bestellen, sondern sehen, riechen, schmecken und verstehen, wie daraus ein Stück Kultur entsteht. Denkbar sind Schaubrauerei und offene Produktion, eine Erlebniswelt rund um das Reinheitsgebot, Bierlabor und Tastings, Braukurse, Restaurant, Bar und Biergarten, wechselnde Spezialitäten sowie ausdrücklich auch Frankenbier.
Dazu Veranstaltungen, Firmenfeiern, Bierfeste, Gastbrauer, saisonale Aktionen und ein eigener Shop. Damit wäre die Bierkunst keine gewöhnliche Brauereigastronomie, sondern Bühne, Werkstatt, Restaurant und Erlebnis zugleich.
Der Tower
Der Turm gehört weder ausschließlich zum Dungeon noch ausschließlich zur Bierkunst. Er verbindet beide Welten.
Die Idee ist eine vertikale Reise: unten Empfang und historische Elemente, darüber eine kleine Zeitreise von 1516 über 1818 bis in die Gegenwart. Weitere Ebenen könnten eine charaktervolle Tower Bar, Private Dining und einen Secret Room aufnehmen. Darüber die Sky Lounge — und ganz oben die Aussichtsplattform über Ingolstadt.
Tagsüber Sehenswürdigkeit. Abends Bar und Treffpunkt. Nachts leuchtendes Wahrzeichen. Der Turm wäre damit nicht nur Teil des Projekts, sondern sein Gesicht.
Plaza 1516 | 1818
Zwischen Dungeon, Tower und Bierkunst entsteht ein öffentlicher Platz — aber keiner, den man nur überquert.
Hier könnten Bierfeste, Märkte, Konzerte, Food Festivals, Weihnachtsmärkte, Open-Air-Veranstaltungen, Firmenfeiern oder besondere Frankenstein Nights stattfinden. Im Sommer sitzt man draußen, im Winter leuchtet das Quartier, am Wochenende kommen Touristen, unter der Woche Firmen und Einheimische.
Dadurch entsteht immer wieder ein neuer Grund, das Gelände zu besuchen.
Das Hotel
Das Hotel ist die logische Erweiterung. Sobald Dungeon, Bierkunst, Tower, Veranstaltungen und Innenstadt miteinander verbunden sind, entsteht etwas Größeres als eine einzelne Attraktion: ein Reiseanlass.
Ankommen. Dungeon erleben. In der Bierkunst essen. Abends einen Drink im Tower. Übernachten. Am nächsten Morgen frühstücken und Ingolstadt entdecken.
Damit kann aus einem Aufenthalt von drei Stunden ein Aufenthalt von zwei Tagen werden — und genau das verändert die wirtschaftliche Dimension des gesamten Projekts.
365 Tage Erlebnis
Ein Grundgedanke war von Anfang an: Was passiert, wenn es regnet? Was passiert im November? Was passiert Dienstagabend?
Die Antwort liegt in der Kombination. Bei schlechtem Wetter funktioniert das Dungeon. Im Winter funktionieren Bierkunst und Veranstaltungen. Im Sommer leben Biergarten und Plaza. Abends funktionieren Tower Bar und Gastronomie. Unter der Woche können Firmenveranstaltungen stattfinden, am Wochenende kommen Freizeitgäste.
So könnte aus einer saisonalen Attraktion ein Ganzjahresquartier entstehen — und das Gelände wäre nicht von einem einzigen Besuchsgrund abhängig.
Mögliche wirtschaftliche Dimension
Was folgt, ist keine Prognose und keine Machbarkeitsstudie, sondern eine erste plausible Größenordnung — eine Hochrechnung, gestützt auf Vergleichswerte aus Betrieben, die es wirklich gibt.
Ingolstadt hat bereits eine brauchbare touristische Basis: 2025 wurden 411.394 Gästeankünfte und 658.410 Übernachtungen gezählt, bei durchschnittlich nur 1,6 Tagen Aufenthaltsdauer. Bayernweit liegt dieser Wert bei 2,5 Tagen.
Gerade die kurze Aufenthaltsdauer ist für dieses Konzept interessant: Ein starkes Abend-, Gastro-, Entertainment- und Hotelangebot könnte nicht nur zusätzliche Besucher anziehen, sondern bestehenden Gästen einen Grund geben, länger zu bleiben.
Dungeon: 35–55 direkte Arbeitsplätze, 140.000–220.000 mögliche Besuche im Jahr. Bierkunst mit Gastronomie und Bar: 45–70 Arbeitsplätze, 180.000–280.000 Besuche. Brauerei, Biererlebnis und Shop: 10–18 Arbeitsplätze. Hotel mit 80–120 Zimmern: 25–45 Arbeitsplätze, 35.000–65.000 Übernachtungsgäste. Tower, Skybar und Events: 10–20 Arbeitsplätze, 50.000–90.000 Besuche. Plaza mit Events und Märkten: 8–15 feste Stellen plus temporäre, 80.000–160.000 Besuche. Dazu Management, Technik, Reinigung und Security mit 15–25 Stellen.
In Summe rund 150–250 direkte Arbeitsplätze — Köpfe einschließlich Teilzeit und Saison, nicht Vollzeitäquivalente. Die Besuchszahlen dürfen dabei nicht addiert werden: Wer ins Dungeon geht, kann anschließend Bierkunst, Plaza und Tower besuchen. Für das Gesamtquartier wäre eher mit 250.000–400.000 individuellen Besuchern pro Jahr im etablierten Betrieb zu rechnen.
Der Benchmark: Hamburg Dungeon
Das Hamburg Dungeon wurde 2000 eröffnet und hatte bis Anfang 2025 mehr als fünf Millionen Besucher. Über 25 Jahre verteilt entspricht das einer Größenordnung von mehr als 200.000 Besuchen jährlich — eine Ableitung, keine veröffentlichte Jahreszahl.
Das Betriebsmodell zeigt auch, warum so etwas arbeitsplatzintensiv ist: professionelle Schauspieler, zehn verschiedene Shows, Gästebetreuung, Technik, Operations.
Für Ingolstadt wäre konservativ zu rechnen: 100.000–140.000 im ersten Jahr, 140.000–180.000 im stabilisierten Betrieb, 200.000+ im Erfolgsfall. Der Unterschied zu Hamburg ist das kleinere touristische Einzugsvolumen — dafür hat Ingolstadt eine Geschichte aus Frankenstein, Universität, Illuminaten und Stadtgeschichte, die genau hierher gehört.
Bierkunst: Liebesbier × Timberjacks
Nicht kopieren, sondern die Stärken beider Mechaniken nehmen.
Das Liebesbier in Bayreuth zeigt, wie stark Biererlebnis, Brauerei, Gastronomie, Hotel und Events zusammenspielen: 300 Innenplätze, mehr als 100 Biere, direkter Blick in die Brauwerkstatt, dazu Hotel und Eventflächen für bis zu 200 Personen. Menschen kommen dort nicht nur zum Essen — der Ort selbst ist das Produkt. Timberjacks liefert die andere Hälfte: große, stark inszenierte Erlebnisgastronomie mit eigenständigem Ambiente.
Bierkunst Ingolstadt wäre die Kreuzung daraus, plus Ingolstädter Geschichte: 300–400 Plätze innen, 200–300 draußen, 20–30 Zapfhähne, offene Brauerei, Ingolstädter Bier, Frankenbier, Gastbiere, Braukurse, Tastings, große offene Küche, Biergarten, Events, Shop — und baulich integriert das Hotel. Damit ist es keine Kneipe mehr, sondern ein touristischer Anker.
Liebesbier und Timberjacks sind fremde Betriebe. Sie stehen hier als Vergleichsmaßstab, nicht als eigene Referenz.
Drei Szenarien — und was das für die Stadt hieße
Konservativ etwa 200.000–250.000 individuelle Besucher im Jahr. Realistisch bei etablierter Destination 250.000–350.000. Im starken überregionalen Erfolgsfall 350.000–400.000 und mehr.
Zum Vergleich: Ingolstadt registriert aktuell gut 411.000 Gästeankünfte pro Jahr. Das Projekt müsste also keineswegs ausschließlich neue Touristen erzeugen — es kann Einwohner, Tagesausflügler aus der Region, vorhandene Hotelgäste, Geschäftsreisende und Veranstaltungsgäste aktivieren.
Dungeon bringt Frequenz. Bierkunst monetarisiert Aufenthaltsdauer. Plaza bringt Veranstaltungen und kostenlose Frequenz. Tower schafft Wahrzeichen und Premiumprodukt. Hotel verlängert den Aufenthalt. Alles schiebt sich gegenseitig Gäste zu — das ist der Unterschied zwischen fünf einzelnen Betrieben und einer Destination.
POTENZIAL FÜR INGOLSTADT: 250.000–400.000 Besucher jährlich. 150–250 direkte Arbeitsplätze, dazu indirekte Beschäftigung bei Lieferanten, Handwerk, Taxi, Reinigung, Veranstaltungspartnern, regionalen Brauereien und im Einzelhandel. 365 Tage Erlebnis.
Erste konzeptionelle Modellrechnung; keine belastbare Besucher-, Beschäftigungs- oder Wirtschaftlichkeitsprognose.
Warum gerade Ingolstadt
Das Konzept versucht nicht, irgendeine beliebige Erlebniswelt nach Ingolstadt zu holen. Es dreht die Logik um: Was besitzt Ingolstadt bereits — und wie könnte man daraus etwas schaffen, das Menschen wirklich erleben wollen?
Andere Städte können eine Brauerei bauen. Andere Städte können eine Horrorattraktion bauen. Andere Städte können ein Hotel neben eine Eventlocation stellen. Aber drei Geschichten an einem Ort — das Reinheitsgebot von 1516, die Gründung des Illuminatenordens 1776 und Frankenstein von 1818, zwei davon an derselben Universität — hat sonst niemand. Genau das macht die Kombination schwer kopierbar.
Über die Attraktionen hinaus wären neue touristische Besuchsanlässe denkbar, längere Aufenthaltsdauer, Gastronomie und Übernachtungen, Arbeitsplätze, Firmenveranstaltungen, Zusammenarbeit mit regionalen Brauereien — und vor allem ein neues Bild der Stadt nach außen. Nicht nur Automobil, nicht nur historische Gebäude, sondern eine Stadt, die ihre eigene Geschichte nimmt und daraus etwas Neues baut.
Wie wir vorgegangen sind
Das Konzept entstand bewusst nicht dadurch, dass zuerst Gebäude mit Nutzungen gefüllt wurden. Wir sind andersherum vorgegangen: Zuerst kam die Geschichte.
Was macht den Standort besonders? Welche Themen gehören tatsächlich zu Ingolstadt? Welche Gegensätze erzeugen Spannung? Welche Angebote geben Menschen einen Grund zu kommen — und welche einen Grund zu bleiben?
Aus diesen Fragen entwickelten sich zunächst Dungeon und Bierkunst. Danach wurde der Turm als verbindendes Wahrzeichen weitergedacht, die Plaza schuf den gemeinsamen Mittelpunkt, und das Hotel machte aus mehreren Attraktionen die Vision einer vollständigen Destination. Anschließend wurden die Bereiche visuell ausgearbeitet — vom Gesamtareal über die Innenwelten bis zum vertikalen Nutzungskonzept des Turms.
Das ist ein Konzept, kein gebautes Projekt. Es wurde von uns aus eigenem Antrieb entwickelt, nicht von einem Investor oder der Stadt beauftragt. Alle Bilder sind Entwürfe, keine Fotografien; es gibt keine Baugenehmigung, keine Kostenrechnung und keine Zusage von irgendwem.
Was es leistet: Es zeigt, wie aus zwei vorhandenen Geschichten eines Ortes ein zusammenhängendes Erlebnis werden kann — und wie wir arbeiten, wenn eine Idee vor dem ersten Grundriss steht.
Eine Website, die nur gut aussieht, ist totes Kapital. Website Systems baut eine Seite aus Ihren echten Unternehmenszielen — die Ihnen Arbeit abnimmt und Besucher zu echten Anfragen macht.
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